Bessere Prompts schreiben
Dieselbe KI, völlig andere Ergebnisse – der Unterschied liegt fast immer im Prompt. Ich zeige Ihnen die Grundlagen, mit denen Sie aus ChatGPT, Claude, Gemini & Co. zuverlässig brauchbare Ergebnisse herausholen.
Viele Menschen probieren ein KI-Tool einmal aus, bekommen ein mittelmäßiges Ergebnis und schließen daraus: „Das bringt nichts.“ Fast immer liegt es aber nicht an der KI, sondern an der Anweisung – dem sogenannten Prompt. Die gute Nachricht: Gute Prompts zu schreiben ist keine Geheimwissenschaft. Mit ein paar einfachen Grundlagen holen Sie aus ChatGPT, Claude, Gemini & Co. deutlich bessere Ergebnisse heraus.
Was ist ein Prompt – und warum entscheidet er über alles?
Ein Prompt ist schlicht die Anweisung, die Sie der KI geben. Das Modell erfindet nichts aus dem Nichts: Es arbeitet mit dem, was Sie ihm mitgeben. Je klarer und vollständiger Ihre Anweisung, desto besser das Ergebnis. Umgekehrt gilt der alte Programmierer-Spruch: „Müll rein, Müll raus.“ Eine vage Frage führt zu einer vagen Antwort – ganz gleich, wie leistungsfähig die KI ist.
Die Anatomie eines guten Prompts
Die meisten guten Prompts enthalten vier Bausteine. Sie müssen nicht alle immer vorkommen – aber je wichtiger die Aufgabe, desto mehr davon sollten Sie mitgeben:
Rolle
Wer soll die KI sein? „Du bist erfahrener Werbetexter“ liefert andere Ergebnisse als eine anonyme Anfrage.
Kontext
Worum geht es? Branche, Zielgruppe, Anlass, Hintergrund – alles, was die KI wissen muss, um passend zu antworten.
Aufgabe
Was genau soll herauskommen? Klar benennen: „Schreibe“, „Fasse zusammen“, „Erstelle eine Liste“.
Format
Wie soll das Ergebnis aussehen? Länge, Ton, Struktur – z. B. „ca. 120 Wörter, freundlich, als Fließtext“.
Vom vagen zum präzisen Prompt
Am deutlichsten wird der Unterschied an einem konkreten Beispiel. Stellen Sie sich vor, Sie betreiben eine Malerfirma und brauchen einen Text für Ihre Startseite.
Der zweite Prompt liefert fast immer ein brauchbares Ergebnis, das Sie nur noch leicht anpassen müssen. Der erste liefert Beliebiges. Der Aufwand für den Unterschied: etwa 30 Sekunden mehr Nachdenken.
Fünf Techniken, die sofort wirken
Rolle geben. Beginnen Sie mit „Du bist …“. Das lenkt Stil und Fachlichkeit der Antwort.
Kontext liefern. Nennen Sie Zielgruppe, Branche und Zweck. Die KI kennt Ihr Unternehmen nicht – sagen Sie es ihr.
Format vorgeben. Länge, Struktur und Ton festlegen: „Als Aufzählung“, „maximal 5 Sätze“, „förmlich“.
Beispiele mitgeben. Ein kurzes Beispiel für den gewünschten Stil wirkt oft besser als jede Erklärung.
Nachfassen. Selten sitzt der erste Versuch. „Mach es kürzer“, „formeller“, „ohne Fachbegriffe“ – im Gespräch verbessern.
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Vier Stolperfallen begegnen mir immer wieder: zu vage formulieren (siehe oben), zu viel auf einmal verlangen (lieber in Schritten arbeiten), die Zielgruppe vergessen (für wen ist der Text?) und blind vertrauen. Der letzte Punkt ist der wichtigste: KI erfindet gelegentlich Dinge, die überzeugend klingen, aber falsch sind. Jede Zahl, jeder Name und jede Quelle gehört geprüft, bevor Sie etwas veröffentlichen.
Bonus: Lassen Sie die KI Ihren Prompt verbessern
Ein einfacher Trick für bessere Ergebnisse: Bitten Sie die KI, Ihre Anweisung zu schärfen, bevor sie loslegt. Zum Beispiel: „Bevor du antwortest – welche Informationen fehlen dir noch, um mir einen richtig guten Text zu schreiben?“ So merken Sie schnell, was Ihrem Prompt noch fehlt.
Zwei Dinge, die immer gelten: Geben Sie keine sensiblen Kunden- oder Personendaten in öffentliche KI-Tools ein – für die DSGVO sind Sie verantwortlich. Und prüfen Sie die Ergebnisse, bevor sie nach außen gehen. Ein guter Prompt spart Zeit; er ersetzt nicht Ihr Urteilsvermögen.
Meine Empfehlung für den Start
Nehmen Sie sich eine wiederkehrende Aufgabe – etwa einen Social-Media-Text – und schreiben Sie dafür einmal einen richtig guten Prompt mit Rolle, Kontext, Aufgabe und Format. Speichern Sie diesen Prompt als Vorlage. Beim nächsten Mal tauschen Sie nur die Details aus. So bauen Sie sich nach und nach eine kleine Sammlung erprobter Prompts auf, die Ihnen dauerhaft Zeit spart.
Das Wichtigste in Kürze
- Schlechte Ergebnisse liegen meist am Prompt, nicht an der KI.
- Ein guter Prompt hat vier Bausteine: Rolle, Kontext, Aufgabe, Format.
- Konkret schlägt vage – schon 30 Sekunden mehr Nachdenken verändern das Ergebnis deutlich.
- Beispiele mitgeben und nachfassen („kürzer“, „formeller“) bringt viel.
- Keine sensiblen Daten eingeben und Ergebnisse immer prüfen.
- Gute Prompts als Vorlagen speichern und wiederverwenden.
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Ich zeige kleinen und mittleren Unternehmen praxisnah, wie sie mit den richtigen Prompts Zeit sparen – ohne Hype und ohne Buzzword-Bingo. Aus über 23 Jahren Praxis in Augsburg.
